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#21: Warum Scheitern zum Erfolg gehört

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#21: Warum Scheitern zum Erfolg gehört

Fehler machen – und wachsen: Vom persönlichen Umgang bis zur Teamkultur

Fehler. Ein Wort, das bei vielen erstmal Unbehagen auslöst. Dabei sind sie ein ständiger Begleiter unseres Lebens – ob wir wollen oder nicht. Wir alle machen sie. Manche sind klein und kaum der Rede wert. Andere treffen uns tief, belasten Beziehungen oder haben Folgen im beruflichen Kontext. Der entscheidende Punkt ist nicht, ob wir Fehler machen, sondern wie wir mit ihnen umgehen. Sowohl als Individuum als auch im Team.

Vor kurzer Zeit habe ich gerade wieder selbst erlebt, wie schwierig es sein kann, mit einem eigenen Fehler umzugehen – und wie entscheidend es ist, wie das Umfeld reagiert.

Ich möchte daher in diesem Beitrag drei Perspektiven aufzeigen: den allgemeinen Umgang mit Fehlern, die Herausforderung, wenn man selbst einen Fehler gemacht hat, und schließlich den Umgang im beruflichen Umfeld.


1. Fehler gehören zum Lernen dazu

Fehler zu machen ist menschlich. Und sie sind oft der nötige Impuls für Weiterentwicklung. Denn Fehler zeigen uns, dass etwas nicht funktioniert hat – und geben uns die Chance, daraus zu lernen. In einer Welt, in der sich Anforderungen und Rahmenbedingungen ständig ändern, ist die Fähigkeit zur Anpassung entscheidend. Und Anpassung heißt: ausprobieren, scheitern, neu denken.

Doch viele von uns wurden (bewusst oder unbewusst) dazu erzogen, Fehler zu vermeiden. Schule, Bewertungssysteme, Leistungsdruck – all das fördert Perfektionismus und Angst vor dem Scheitern. Dabei liegt gerade im Mut zum Fehler das Potenzial für Innovation und Wachstum.

„Fehler sind die Stufen, auf denen wir zum Erfolg steigen.“ Dieses Sprichwort bringt es auf den Punkt: Fehler gehören nicht nur zum Leben, sondern auch zum Lernen – und damit zum Wachsen. Ein reifer Umgang mit Fehlern beginnt damit, sie nicht als Makel zu betrachten, sondern als wertvolles Feedback. Wer Fehler zulässt, schafft Raum für Lernen.

2. Wenn der Fehler bei mir liegt: Der Umgang mit dem eigenen Scheitern

Das vielleicht Schwierigste ist, einen eigenen Fehler einzugestehen. Nicht im Sinne einer floskelhaften Entschuldigung, sondern ehrlich, mit Blick auf den eigenen Anteil. Gerade im beruflichen Kontext fällt das vielen schwer – aus Angst vor Konsequenzen, Imageverlust oder Bloßstellung.

Ich kenne diesen Moment gut: Der Fehler ist passiert, und ich weiß, dass ich die Verantwortung trage. Früher war mein erster Reflex: mich rechtfertigen, übererklären oder gar stillschweigend hoffen, dass es niemand merkt. Doch ich habe gelernt: Echtes Wachstum beginnt genau hier.

Ein konstruktiver Umgang mit dem eigenen Fehler bedeutet:

  • Annehmen, ohne sich selbst zu verurteilen. Ich habe einen Fehler gemacht. Das heißt nicht, dass ich ein Fehler bin.

  • Reflektieren. Was hat dazu geführt? Was kann ich daraus lernen?

  • Verantwortung übernehmen. Nicht um mich zu bestrafen, sondern um Klarheit zu schaffen.

  • Sich selbst verzeihen. Das ist vielleicht der wichtigste Schritt. Ohne Selbstvergebung bleibt der Fehler wie ein Stein im Rucksack.

Fehler sind Teil unserer Menschlichkeit. Der Unterschied liegt nicht darin, ob wir sie machen, sondern ob wir bereit sind, daraus zu lernen – und wieder aufzustehen.

3. Wie ein berufliches Umfeld mit Fehlern umgehen sollte

Ein offener Umgang mit Fehlern erfordert nicht nur Mut auf individueller Ebene, sondern auch eine unterstützende Kultur im beruflichen Umfeld. Wenn Menschen Angst haben, für Fehler bestraft zu werden, schweigen sie lieber. Das ist nicht nur menschlich, sondern auch riskant: Fehler werden verdeckt, Verbesserungen verhindert.

Ein konstruktiver Umgang mit Fehlern im Team bedeutet:

  • Keine Schuldzuweisungen, sondern Ursachenanalyse. Was ist passiert – und warum?

  • Anerkennung für Offenheit. Wer einen Fehler zugibt, zeigt Verantwortung.

  • Fokus auf Lösung statt Bestrafung. Wie können wir es beim nächsten Mal besser machen?

  • Systemisches Denken. Oft ist ein individueller Fehler ein Hinweis auf strukturelle oder prozessuale Schwächen.

Führungskräfte spielen hier eine Schlüsselrolle: Sie können psychologische Sicherheit schaffen, indem sie selbst offen mit eigenen Fehlern oder Fehlern innerhalb der Organisation umgehen und gemeinsam in einen Reflexionsprozess starten, um Situationen zu entschärfen und zur Verbesserung beizutragen. Fehlerfreundlichkeit ist kein Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck von Reife.


Fazit: Fehler als Entwicklungschance begreifen

Fehler werden nie ganz verschwinden – und das ist auch gut so. Denn sie sind die Reibungspunkte, an denen wir wachsen können. Ob individuell oder im Team: Der konstruktive Umgang mit Fehlern ist ein entscheidender Faktor für Vertrauen, Innovation und nachhaltige Entwicklung.

Wir brauchen weniger Perfektionismus und mehr Mut zur Reflexion, weniger Bewertung und mehr Dialog. Denn am Ende geht es nicht darum, Fehler zu vermeiden, sondern mit ihnen weiterzukommen.

“Wer Fehler transparent macht, verändert nicht nur sich selbst, sondern oft auch die Kultur um sich herum.”


#21: Warum Scheitern zum Erfolg gehört